Familienkreis nimmt “Kalte Nahwärme” in Augenschein

Der Familienkreis der Kolpingsfamilie Schierling überzeugte sich an Ort und Stelle davon, dass im neuen Wohngebiet “Am Regensburger Weg 2” kein Liter Heizöl und kein Kubikmeter Erdgas für die Beheizung der einzelnen Wohngebäude notwendig ist. Denn das Kommunalunternehmen Schierling hat im Auftrag des Marktgemeinderates ein “kaltes Nahwärmenetz” gebaut. Dieses basiert auf “oberflächennahester Geothermie”. Fritz Wallner, Kolpingmitglied und Vorstand des Kommunalunternehmens, erläuterte das System im Detail. Schierling sei die erste Gemeinde in der Oberpfalz, die für ein neues Wohngebiet die Erdwärme als schier unerschöpflichen Schatz der Natur – der von der Sonne gespeist wird – für die Heizung nutzt.

Mit “Kollektoren”, bestehend aus ungedämmten PE-Rohren, wird die im Boden vorhandene Wärme gewonnen und über ein Glykol-Wasser-Gemisch an die einzelnen Wohngebäude geleitet. Dort stellt eine Sole-Wasser-Wärmepumpe die für die Heizung und Warmwasserbereitung gewünschte Temperatur sicher. Diese Wärmepumpen haben kein Außengerät und erzeugen deshalb keinerlei Geräusche. “Das ist ein System, das große Bedeutung für den Klimaschutz hat, denn es wird nahezu kein CO2 ausgestoßen”, so Fritz Wallner. Außerdem kann es im Sommer zur “passiven Kühlung” von Wohnräumen genutzt werden. Man werde damit in besonderer Weise der Verantwortung für die Schöpfung gerecht. Diese Verantwortung beziehe sich vor allem auch auf die Kinder und das Überleben der Enkelkinder. Er übergab den Teilnehmern eine Zusammenfassung mit der Darlegung vieler Details. Diese kann von der Homepage des Marktes Schierling unter https://www.schierling.de/loadDocument.phtml?FID=4283.465.1&Ext=PDF heruntergeladen werden.

Fritz Wallner hob besonders die konstruktive Rolle der katholischen Kirchenstiftung mit Pfarrer Bernhard Pastötter, sowie der Stiftungsaufsicht der Diözese Regensburg hervor. Denn erst durch deren Bereitschaft zu einem Grundstückstausch kann in unmittelbarer Nähe der größte der Kollektoren gebaut werden, aus dem man einen Energie-Ertrag von über 500.000 Kilowtttunden (kWh) erwartet. Die Anlage ist seit dem 1. Juli in Betrieb und die ersten Wärmepumpen in den Wohngebäuden wurden bereits gesetzt und werden erfolgreich genutzt. Die Energie wird aktuell mit gut 140.000 kWh aus dem “Kollektor 2” bezogen, der unter dem Regenrückhaltebecken und dem darauf entstehenden Bolzplatz gebaut wurde. Weitere gut 300.000 kWh sind aus den Vor- und Rückleitungen zu den einzelnen Gebäuden zu erwarten.

Anne Sedlmeier dankte für die tiefen Einblicke, welche die Teilnehmer durchwegs erstaunte. Sie war aber ebenso erfreut, dass Schierling diesen verantwortungsvollen Weg beschritten hat.

Der “Familienkreis” ist die älteste der insgesamt sechs Familiengruppen der Kolpingsfamilie Schierling und besteht seit über 50 Jahren.

Text: Fritz Wallner
Fotos: Anne Sedlmeier, Toni Weigl und Bastian Wallner