Familienrunde: Ein abwechslungsreicher Tag in Straubing

Die Familienrunde verbrachte am 21. März einen abwechslungsreichen Tag in der Nachbarstadt Straubing. Wir eröffneten unseren Ausflug mit einem eindrucksvollen Orgelkonzert in der Basilika St. Jakob unter dem „Wanderkunstwerk Gaia“, was in der griechischen Mythologie „Mutter Erde“ bedeutet. Der Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing hatte anlässlich seines 50jährigen Bestehens diese einmalige Ausstellung angeboten, die durch ein abwechslungsreiches Beiprogramm begleitet wurde.

Nach einer Stärkung in einem urigen Gasthaus besichtigten wir die historische Anlage um die St. Peter-Kirche, der ursprünglichen Pfarrkirche, welche auf einem ehemaligen römischen Kastell angelegt wurde. Im Laufe der Geschichte entstand hier eine christliche Gebets- und Begräbnisstätte mit dem ehrwürdigen romanischen Münster und den Karner-Kapellen „zu unserer lieben Frau“, der Agnes-Bernauer-Kapelle und der Toten -und Seelenhauskapelle mit den berühmten Totentanzgemälden. Rund 1350 Grabmäler, die zum Teil bis 400 Jahre alt sind, prägen den Friedhofbering. Wegen Überfüllung und neuer Hygienevorschriften fanden ab 1879 keine Bestattungen mehr statt. In den letzten Kriegstagen wurden jedoch schlesische Flüchtlinge, die auf der Flucht verstarben, an der Ostseite des Friedhofs beertigt. Einfache Holzkreuze erinnern noch daran, ebenso ein Gedenkstein an über 300 Opfer aus der NS-Zeit.

Beim Rundgang konnten wir auch manch interessantes oder kurioses Grabmal entdecken – so die Ruhestätte des letzten Scharfrichters von Straubing und seiner Familie, das „nackige Engerl“ oder das „Schmideeiserne Kinderbett“, das an die hohe Kindersterblichkeit einer Straubinger Familie erinnern soll.

Nach dieser Fülle von neuen Eindrücken stärkten wir uns bei Kaffee und Kuchen, bevor wir wieder den Heimweg antraten.

Fotos: Christa Blüml, Text: Maria Feigl