
Kolpingsfamilie Schierling zählt aktuell 371 Mitglieder – Wahlrecht verdichtet sich zur Wahlpflicht – Vorstandschaft weitgehend für drei Jahre bestätigt
Schierling. Nach 33 Jahren als Schriftführerin zog sich Martina Pautz aus der Vorstandschaft der Kolpingsfamilie (KF) zurück und wurde für ihr großes Engagement mit Blumen und ebenso mit sehr viel Beifall bedacht wie Max Jungmayer und Laura Pautz, welche die Leitung der Kolpingjugend niederlegten. Präses Pfarrer Bernhard Pastötter erinnerte an Gedanken Adolph Kolpings zu Wahlen und er bat, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen und sich nicht allein auf Sympathie und Antipathie einzulassen, sondern mehr darauf zu schauen, was gut gelaufen ist.
Pfarrer Bernhard Pastötter machte bewusst, dass der März heuer ein Wahlmonat ist, in dem der Pfarrgemeinderat, der Marktgemeinderat, der neue Vorstand der Kolpingsfamilie und in wenigen Tagen der Bürgermeister gewählt wird. Adolph Kolping hatte seinen Schützlingen schon vor gut 150 Jahren erklärt, dass es wichtig sei, „ruhig die Sache anzusehen, genau zu studieren und vorsichtig im Urteil zu sein“. Sympathie und Antipathie könnten leicht das Urteil trüben, und dazu wurde Kolping sehr deutlich. Er schrieb im Volkskalender 1851: „Bei Leuten, die uns gefallen, wollen wir in der Regel die Fehler nicht sehen, und bei Leuten, die uns mißfallen, sind wir gern blind für ihr Gutes.“ Von Kolping könne man lernen, dass mit Vernunft und Gewissen verantwortliche Entscheidungen getroffen werden können, so der Präses.
Kolping-Vorsitzende Doris Bachmeier ließ die Arbeit der KF Revue passieren und fasste zusammen: „Wir dürfen dankbar auf das vergangene Jahr schauen!“ Denn auch die Kolping-Gemeinschaft lebt vom Engagement eines jeden Einzelnen, von Mitgliedern, die bereit sind, ihre Talente und Fähigkeiten einzubringen. Kolping stehe für den christlichen Glauben und die gelebte Nächstenliebe. Mit einer langen Liste von Aktivitäten belegte sie diese Erkenntnis, und so seien allein beim Johannisfeuer mehr als 35 Ehrenamtliche im Einsatz gewesen. Es wurden eine Maiandacht und der Oktoberrosenkranz gefeiert, Theater gespielt, das Familienbildungswochenende in Lambach mit einem Vortrag über Demokratie bereichert, die Familienaufenthalte in der Hartlmühle und beim Vater-Kinder-Wochenende organisiert und für die Aktion „Weihnachtstrucker“ gut 100 Pakete mit Wert von über 3000 Euro für bedürftige Menschen gepackt.
Die KF umfasst derzeit sechs Familiengruppen. Für den Familien-Kreis berichtete Anne Sedlmeier von einer Kirchenführung, der Teilnahme am Benediktusfest in Weltenburg, der Adventfeier und einem Kreuzweg. Maria Feigl betonte, dass die Familien-Rund zum 45. Jahr ihres Bestehens aus 18 Familien zusammensetzt, die einen Zusammenhalt entstehen ließen, „der Teil unseres Lebens ist“. Bei Vorträgen ging es auch um die Vorbeugung vor dem „Enkel-Trick“. Für die Familien-Bande berichtete Silvia Froschhammer vom Besuch der Landesgartenschau, einer Stadtturmführung in Straubing und dem traditionellen Legen des Blumenteppichs an Fronleichnam. Die Familien-Bagage hat sich nach Gerti Rohrmayer immer wieder getroffen, mit dem Fahrrad verschiedene Ziele erreicht und beim Kegeln gefeiert. Nadine Daller hob für die Kolping-Mini-Bagage Wanderungen heraus, ob an Ostern oder auf dem Weltenburger Umwelt-Natur-Weg und Katrin Giel informierte, dass der vor einem Jahr gegründete Familienring aktuell 15 Familien umfasst. Max Jungmayer von der Kolpingjugend berichtete von erfolgreichen Teilnahmen an den Schierlinger Fußball-Kleinfeld-Marktmeisterschaften, sowie von Einsätzen bei allen Festen der KF und der Animation beim Kinderfasching. Gerhard Banse rühmte für die Theatergruppe den Zusammenhalt beim Aufbau im Pfarrheim und der Bewirtung der Gäste. Er kündigte auch für dieses Jahr wieder ein Theaterprojekt an. Kassiererin Bettina Diermeier stellte den Kassenbericht vor, der Kassenprüfer Adolf Roßmeier eine einwandfreie Buchführung bescheinigte.
Zweite Bürgermeisterin Maria Feigl überbrachte die Grüße von Bürgermeister Christian Kiendl, der bei anderen Veranstaltungen weilte, später aber doch noch zur Kolpinggemeinschaft stieß. Feigl dankte der gesamten KF für ihre Arbeit zugunsten der Gemeinde und besonders Martina Pautz für ihre jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit. Vor Beginn der Generalversammlung wurde in der Pfarrkirche ein Gottesdienst gefeiert. Diakon Pio Buzov bat in der Predigt darum, die Menschen mit den Augen Gottes zu sehen, „weil uns Gott oft in Gestalten begegnet, die das menschliche Auge nicht sehen kann.“
100-Jahr-Feier in Vorbereitung
Stellvertretende Vorsitzende Renate Friedrich erläuterte die bereits feststehenden Programmteile für die 100-Jahr-Feier der KF, die vom Kolpinggedenktag im Dezember 2026 bis zum Kolpinggedenktag im Dezember 2027 reicht. Sie steht unter dem Motto „Glaube-Familie-Gemeinschaft“. Als große Ehre sah sie die Zusage des weltweiten Kolping-Generalpräses Monsignore Huber für die Teilnahme am Bildungswochenende im April 2027 an. Geplant sind außerdem bereits jetzt eine Jugenddisco, Maiandacht auf dem Spielplatz an der Adolph-Kolping-Straße sowie das Festwochenende vom 24. bis 26. September 2027. „Wir werden ein abwechslungsreiches Jubiläumsjahr erleben!“, versicherte Renate Friedrich. Rudi Hüttner vom Festausschuss sammelt derzeit Fotos aus allen Zeiten. Diese sollen an fotos@kolping-schierling.de geschickt oder direkt bei ihm abgegeben werden.
Ergebnis der Vorstandswahl
Gewählt wurden für drei Jahre Doris Bachmeier (Vorsitzende), Rudi Feigl und Renate Friedrich (stellvertretende Vorsitzende), Pfarrer Bernhard Pastötter (Präses), Katrin Rohrmayer (neue Schriftführerin), Bettina Diermeier (Kassiererin), Adolf Rossmeier und Andreas Kabl (Kassenprüfer). Zum erweiterten Vorstand gehören die Gruppenleiter Anne Sedlmeier und Max Höglmeier (Familienkreis), Maria Feigl (Familienrunde), Silvia und Manfred Froschhammer, sowie Martina Pautz (Familienbande), Gerti Rohrmayer und Evi Reinl (Familienbagage), Nadine Daller (Familien-Mini-Bagage), Simone Dobos, Sabrina Höpfel und Katrin Giel (Familienring), Gerhard Banse (Theatergruppe), Florian Reinl, Theresa Korber und Julia Rohrmayer (Kolpingjugend).
Text und Fotos: Fritz Wallner



